Nadja: Blauer Hund

Expressiv, wild, farbenprächtig, eigensinnig und einprägsam - so lässt sich das Kinderbuch "Blauer Hund" von Nadja mit wenigen Worten beschreiben.


Die 1955 in Ägypten geborene und später in Frankreich lebende Autorin Nadja hat mit dem Kinderbuch einen wahren Klassiker geschaffen, der nicht nur farblich mit Kontrasten spielt. Die kleine, von ihren Eltern gut behütete, Charlotte trifft auf den seltsamen blauen Hund. Nachdem sie ihr Essen mit ihm teilt, kommt er jeden Abend an ihr Fenster, um etwas Zeit mir ihr zu verbringen.


Aus Angst vor dem merkwürdigen Tier, verbieten Charlottes Eltern ihr nach wenigen Tagen jedoch den Kontakt und die Wege der beiden trennen sich. Eines Tages jedoch verirrt Charlotte sich bei einem Picknick mit ihren Eltern im Wald. Der blaue Hund aber hat ihre Spur aufgenommen und beschützt sie vor dem Nachtgeist, mit dem Wildes, Unbekanntes in das vertraute, heimelige Leben der kleinen Charlotte tritt. In schäumender Wut versuchen die Bestien, der blaue Hund und der Nachtgeist in Gestalt eines Panthers, sich zu zerfleischen, während Charlotte ruhig am warmen Feuer schläft.


Als der blaue Hund das Mädchen am nächsten Morgen schnell wie der Wind zu ihren Eltern bringt, sind diese so froh, ihr Kind wieder in die Arme schließen zu können, dass sie dem blauen Hund erlauben, bei Charlotte zu bleiben. Von nun an sind die beiden unzertrennlich.


Starke Farbkontraste unterstreichen den Gegensatz zwischen ruhigem Alltag und nächtlich wildem Abenteuer. Die Sprache im Kinderbuch "Blauer Hund" ist ebenso bildhaft und emotionsgeladen, wie die Bilder, die die Geschichte tragen. Das ausdrucksstarke Gesicht des Kindes zieht den Leser hinein in eine Geschichte mit einer Atmosphäre der Behaglichkeit, die auf Momente der Enttäuschung, der Traurigkeit, der Angst, des Schreckens treffen, die friedlich enden.


Nadja: "Blauer Hund". Aus dem Französischen übersetzt von Eva Ziebura. Moritz Verlag, Frankfurt am Main 1994. Ab 4 J.

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