Hexen und Zauberer aufgepasst: "Die neugierige kleine Hexe" erobert die Nacht

von Lieve Baeten

ab 3 Jahren

Die neugierige kleine Hexe - ein Kinderbuch von Lieve Baeten
Bildquelle: Oetinger Verlag

Die Geschichten rund um die „kleine Hexe“ Lisbet sind international bekannt. Die kleine Hexe fliegt seit über zwanzig Jahren direkt in die Herzen von Kindern und Eltern. Sie verleiht gemütlichen Vorlesestunden einen ganz eigenen Zauber. Uns hat die kleine Hexe sowohl mit Text als auch mit den Illustrationen überzeugt. Während das Manuskript mit der Geschichte bereits fertig geschrieben war, als Lieve Baeten 2001 bei einem Unfall ums Leben kam, waren die Illustrationen nur zum Teil abgeschlossen. Die Skizzen und fertigen Illustrationen nutzte Lieve Baetens Sohn, Wietse Fossey. Mit Hilfe von Computergrafik stellte er das letzte Kinderbuch der Reihe, „Die schlaue kleine Hexe“, fertig. "Die neugierige kleine HexeDie neugierige kleine Hexe - ein Kinderbuch von Lieve Baeten “ erschien erstmals 1992.



Die kleine Hexe entdeckt ein Licht

Die kleine Hexe Lisbet ist in einer hellen Mondnacht auf ihrem Besen zusammen mit ihrer Katze unterwegs. Als sie ein Haus entdeckt, in dem noch Licht brennt, fliegt sie durch das Dachfenster hinein. Dabei geht ihr Besenstiel kaputt. Wie soll sie nun, ohne Besen, wieder wegkommen? Da hilft nur, das Haus zu erkunden und nach jemandem zu suchen, der den Besenstiel wieder reparieren kann. Bei ihrer Erkundungstour durch das Haus trifft Lisbet unter anderem auf eine Musikhexe und eine Hexe die kochen kann. Die beiden sind zwar einzigartig in ihren Fähigkeiten, der kleinen Hexe helfen können sie aber nicht. Wen sie wohl sonst noch trifft? Ob sie jemanden findet, der ihren Besenstiel wieder ganz machen kann?

 

Kinderbuch für eine Nacht voller Fantasie

„Die neugierige kleine Hexe“ besticht durch niedliche, fröhliche Illustrationen in warmen Farben. Abwechslungsreiche Szenengestaltungen, bei denen dennoch jede Einzelszene in sich selbst rund und ruhig wirkt, machen das Lesen und Vorlesen dieses Bilderbuches ebenso zum Erlebnis, wie das besondere Format der Seiten. Zu einer Szene gehört immer eine Doppelseite, getrennt durch eine halbierte Seite, die einen Wechsel mit sich bringt – ähnlich dem Prinzip des Daumenkinos. Die Sprache holt Kinder ab drei Jahren an ihrem Entwicklungsstand ab. Lange Sätze wechseln sich mit kurzen ab. Die Dialoge sind altersgerecht und wirken authentisch. Die Wortwahl passt sowohl zur Geschichte selbst als auch zu kindgerechten Sprache. Wiederholungen erleichtern, Parallelen zu erkennen und sich schnell in neue Szenen und Situationen einzufinden, ohne dass dabei Langeweile aufkommt. Ein wundervolles, entspanntes Leseerlebnis, das sich gut dazu eignet, Kinder nach einem aufregenden Tag „herunterzuholen“ und sie in die Welt der Träume und der Phantasie einzuladen.

 

 

Lieve Baeten: Die neugierige kleine Hexe. Oetinger, Hamburg 2008.

Ins Deutsche übersetzt von Angelika Kutsch.

 

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