Kinderbuch über die geheime Welt der Fahrstühle

Paul Maar und Nikolaus Heidelbach: Der Aufzug

ab 5 Jahren

"Der Aufzug" von Paul Maar lädt dazu ein, Überschneidungspunkte der Welt des Alltäglichen mit der Welt der Phantasie zu finden. Das Kinderbuch spielt mit dem Gedanken, dass ein Alltagsgegenstand, wie ein gewöhnlicher Fahrstuhl, wie es ihn in Tausenden von Hochhäusern gibt, zu einem Element der Träume und Vorstellungen werden kann.

 

Rosa, ein rothaariges Mädchen aus Rosenheim, nimmt jeden Tag den Aufzug. Sie fährt morgens mit ihm hinunter, wenn sie zur Schule geht. Am Nachmittag, wenn sie nach Hause kommt, fährt sie mit ihm wieder hinauf. Der Aufzug unterscheidet sich nicht von anderen Fahrstühlen. Er hat eine Metalltür, Knöpfe, eine Lampe und einen Spiegel. Eines Abends jedoch, als Rosa allein daheim ist, geschieht etwas Merkwürdiges. Der Aufzug fährt in die Etage, in der Rosa wohnt. Die Tür öffnet sich, doch es steigt niemand aus. Als Rosa nachschaut, sieht das Innere des Aufzugs ganz anders aus, wie ein Wohnzimmer mitsamt einem merkwürdigen Bewohner. Ein kleines Männchen lädt Rosa zu einer Reise ein. Er sagt einen Zauberspruch und der Fahrstuhl setzt sich in Bewegung. Bei Himbeerwein und Kuchen geht es auf in die Sieben. Sieben Raben, sieben Geißlein, sieben Berge, sieben Schwaben und sechs Zwerge gibt es hier zu entdecken. Wo der sechste wohl steckt und faul Kuchen und Himbeerwein nascht, während die anderen arbeiten? Rosas Reise wiederholt sich in der nächsten Woche. Dieses Mal ist es der dritte Stock, den sie erkunden will. Was aber steckt wohl hinter dem geheimnisvollen "U", das sie nicht drücken darf?

 

"Der Aufzug" gehört zu den bekanntesten deutschen Kinder- und Jugendbüchern. Im Jahr 1993 wurde das Kinderbuch von der Stiftung Buchkunst als eines der "Schönsten Bücher der Bundesrepublik Deutschland" ausgezeichnet. Paul Maar gehört zu den beliebtesten deutschen Kinderbuchautoren. Er hat Malerei und Kunstgeschichte studiert. Einige Jahre lang arbeitete er als Lehrer und Kunsterzieher, dann entschied er sich für die Arbeit als Künstler. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Deutsche Jugendliteraturpreis, zeugen davon, dass er ein einflussreiches Gesamtwerk geschaffen hat. Begonnen hat die Karriere von Paul Maar im Jahr 1968 mit dem Buch "Der tätowierte Hund", der parodistische Elemente enthält. Einen großen Bekanntheitsgrad erreichten vor allem aber auch die "Sams". Humor kennzeichnet auch das Kinderbuch "Der Aufzug". Ein feiner Humor, der surrealistische Züge trägt und sich neben der Phantasie auf das kindliche Feingespür verlässt. Abenteuerliche Erlebnisse verspricht aber nicht nur die Lektüre, sondern auch die Möglichkeit, die Erzählung weiterzuspinnen. So können sich die Kinder zum Beispiel ausdenken, was wohl hinter den anderen Zahlen, in den anderen Stockwerken stecken mag...

 

 

Paul Maar, Nikolaus Heidelbach: Der Aufzug. Beltz Verlag, Weinheim und Basel 1993.

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