Rollschuhfahren für Kinder

Um uns war es jetzt eine ganze Weile ziemlich still. Das hat ganz verschiedene Gründe. Zum einen ist gerade Sommer und den muss man hier in Spanien natürlich gaaaaanz lange am Tag draußen auf dem Spielplatz genießen. Zum anderen laufen unsere Vorbereitungen für die Einschulung auf Hochtouren. In Spanien gibt es zwar keine Einschulung, weil die Kleinen ja schon ab drei in die Vorschule gehen und die Grundschule für sie keine große Sache ist, aber eine Fete will ich meinem Kind natürlich trotzdem nicht vorenthalten - und schon gar nicht die riesige Zuckertüte! Und dann ist da noch unser neues Hobby, das plötzlich ganz schön viel Zeit in Anspruch nimmt...

 

Laufrad, Fahrrad, Roller, Rollschuhe und Skateboard...

Alles, was Rollen hat ist für Kinder toll! Sie lernen, das Gleichgewicht zu halten, bewegen sich und nehmen von Anfang an, wenn auch begrenzt, am Straßenverkehr teil. Mir war immer wichtig, mich an Expertenmeinungen zu halten und das richtige Gerät für mein Kind zu wählen. Deshalb stand bei uns ganz am Anfang das Laufrad. Ich hatte mich damals ganz bewusst gegen das beliebte Puky Laufrad entschieden, weil es mir einfach zu teuer war. Ich fand, es muss bei all dem, was man versucht, seinen Kindern zu bieten, auch preiswertere, gute Alternativen geben. Bei uns war die Alternative das Kettler Speedy und ich habe die Entscheidung nie bereut. Das Laufrad hat definitiv den gewünschten Erfolg gebracht und wir hatten nicht nur viel Spaß damit, sondern mein Kind hat auch schnell das Fahrradfahren ohne Stützräder gelernt, von denen ja ohnehin abgeraten wird. Der Roller war bei uns nie so richtig interessant, aber seit fast zwei Jahren höre ich nun schon immer wieder den Wunsch nach einem Skateboard. Dafür ist mein Sohn mit 5 Jahren nun aber wirklich noch zu jung. Also hat der Osterhase das Skateboard ignoriert und ein paar Rollschuhe gebracht.

Rollschuhe oder Inline Skater für Kinder?

Ich hatte gehört, dass Kinder am besten mit Rollschuhen anfangen, also habe ich für mein Kind im Decathlon Inline-Skater geholt, bei denen man hinten zwei Rollen parallel zueinander anbringen kann. Allerdings haben wir ganz schnell festgestellt, dass es damit viel schwerer war, das Gleichgewicht zu halten. Allerdings waren sie auch so konstruiert, dass es hinten zwei und vorn eine Rolle gab. Kleineren Kindern würde man sicherlich zu Rollschuhen mit vier Rollen raten. Wir sind allerdings gleich bei den Inlinern gelandet und haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Damit das gut geht, hier ein paar Tipps für euch:

 

Besser einen Kurs besuchen

Inline Skater sind für blutige Anfänger eine echte Herausforderung. Man tut seinem Kind nichts gutes, wenn man ihm die Inline Skates anzieht und es im Park, auf dem Bürgersteig, im eigenen Hof oder auf dem Spielplatz damit ohne Anleitung durch einen Profi laufen lässt. Das fängt mit den wichtigsten zwei kleinen Techniken für Anfänger an: dem sicheren Stand und dem Bremsen. Beides lernt man nicht, ohne die Technik erklärt zu bekommen und richtig zu üben. Fehler, die sich hier einschleichen, sind nur schwer wieder herauszubekommen. Das ist sicher auch eines der Argumente, das dafür spricht, mit dem Inline Skating erst ab circa fünf, allerfrühestens aber mit vier Jahren anzufangen. Die Kinder müssen sich bereits auf längere Erklärungen konzentrieren können und in der Lage sein, Techniken einzuüben, wenn auch spielerisch. Übrigens macht es riesig viel Spaß, gemeinsam einen Kurs zu besuchen und zusammen diese tolle Hobby zu betreiben.

 

Niemanls ohne Helm und Schützer aus dem Haus!

Ich sehe unglaublich oft Kinder ohne Helm, sei es nun beim Inline Skating, Roller fahren, Laufrad fahren oder Fahrradfahren. Und ich bin jedesmal entsetzt! Der Kopf ist die empfindlichste Stelle des Körpers!!!! Ein Sturz geht so schnell und kann ohne Helm so böse enden!!! Mein Kind darf sich nicht mal von seinem Freund im Park den Roller leihen, wenn wir keinen Helm dabei haben. Auch nicht für eine Fahrt über die Wiese. Ja, das klingt jetzt nach einer Predigt, aber ich bin da so strikt, dass meine Freunde mit Kindern, die vorher lockerer mit der Sache umgehen, nun auch alle Helme tragen. Wichtig finde ich auch, dass Eltern Vorbild sind. Ganz ehrlich, ich fühle mich beim Inline Skating mit Helm ziemlich doof. Aber das ist sicher nicht das, was ich meinem Kind vermitteln will, also setzt ich brav den Helm auf und über platte Frisuren können wir beim Absetzen sowieso nur lachen.

 

Neben dem Helm sind Arm-, Knie- und Handschützer unverzichtbar. Die Kleinen (und Großen ;-)) werden fallen. Definitiv. Und nicht gerade sanft. Wenn sie im Kurs das Inline Skaten lernen, lernen sie schnell, nicht nach hinten zu kippen, sondern nach vorn zu fallen. Mit Knieschützern ist das ein sanfter Fall, ohne ziemlich schmerzhaft und schädlich für die Gelenke.

 

Was die Inline Skates selbst angeht, haben wir uns, wie schon geschrieben, für die Inliner von Decathlon entschieden. Die sind für den Anfang zum Ausprobieren völlig ok. Schließlich weiß man nicht, ob das Kind wirklich Lust auf diesen Sport hat und die Rollschuhe oder Inline Skates auch wirklich nutzen wird. Sind neue Inliner an der Reihe, werden es allerdings hochwertigere werden. Die sind für Kinder nicht viel teurer, der Qualitätsunterschied macht sich aber bemerkbar. Worauf es in jedem Fall ankommt, ist ein fester Schuh. Inliner, die man nur unter die Schuhe schnallt, bieten weder dem Fuß noch dem Knöchel genügend halt. Besser sind Inliner mit festem Schuh, der die Knöchel umschließt und in der Weite eingestellt werden kann. So verhindert man das Wegknicken über die Seite und die Kinder haben bei dieser anfangs doch recht wackeligen Sportart am Fuß den richtigen Halt.

 

Welche Geräte und Gefährte haben eure Kinder? Und wofür konnten sie sich am meisten begeistern? Wir sind begeistert von unserem neuen Hobby und ich freu mich, von euren Erfahrungen zu hören!

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