Locken richtig pflegen

Den Mama-Blog habe ich ja schon lange zu meinem Kinderbuchblog hinzugefügt, allerdings nicht ganz pfleglich behandelt. Daher kommt jetzt mal ein Mama-Thema, zu dem ich oft befragt werde - übrigens nicht nur wegen den Mamas selbst, sondern auch wegen kleinen Lockenköpfen. Wer mich kennt weiß, dass ich selbst als Kind eigentlich glatte Haare hatte. Als ich etwa 12 war, hat sich das schlagartig geändert und ich hatte plötzlich Locken. In einer Zeit, in der es Glätteisen noch nicht gab und auf dem Land, wo die Friseure sich zwar mit Dauerwellen, aber nicht mit echten Locken auskannten, war das eine echte Katastrophe. Schnell hatte ich den Spitznamen "Besen" weg. Warum, könnt ihr euch sicher vorstellen. Vom Friseur kam ich wie eine Strohbombe. Die nette, etwa 50-jährige Dame mit gebleichter Dauerwelle kam nämlich auf die Idee, Locken mit einer Rundbürste einfach rauszukämmen, wäre das beste, was man da noch machen kann. Verschnitten war das Ganze natürlich auch. Im Laufe der Jahre habe ich mich mit meinen Locken angefreundet - mit den meisten Friseuren allerdings nicht. Inzwischen habe ich eine Lockenpflege entwickelt, die aus widerspenztigem Frizz zumindest meistens glänzende Locken macht. Immer wieder stoße ich aber auf Eltern, deren Kinder Locken haben und die leider überhaupt nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Oder auf große Lockenköpfe, die das Glätteisen zücken und damit nach und nach ihre Haare völlig kaputt machen, statt einfach ihre schönen Locken zu genießen. Mir wird beim Friseur immer angeraten, diese Locken doch UNBEDINGT zu glätten. Echt mal - nein danke! Dafür habe ich a) überhaupt keine Zeit, b) überhaupt keine Lust und bin c) auch völlig resistent gegen Haare strapazierende Moden. Also, hier ein paar kleine Tipps für Locken in Form meiner regelmäßigen Pflegeroutine.

 

Meine momentanen Lieblingsprodukte (von links nach rechts): ein Aloa-Vera-Shampoo von Corpore Sano, die Lockenspülung von Balea und Mandelöl aus dem Bioladen.
Meine momentanen Lieblingsprodukte (von links nach rechts): ein Aloa-Vera-Shampoo von Corpore Sano, die Lockenspülung von Balea und Mandelöl aus dem Bioladen.

Öl ins Haar

Öl tut Locken immer gut und hilft ihnen gegen ihre Trockenheit. Bei mir kommt es TÄGLICH ins Haar. Vor jedem Waschen mit Shampoo mache ich eine Ölkur. Hierfür gebe ich Öl in die Haare und reibe es in die Kopfhaut ein. Manchmal mische ich es auch mit etwas Honig oder mache eine Öl-Ei-Haarkur. Die Ölkur lasse ich etwa eine Stunde einziehen, bevor ich die Haare wasche. Öl kommt bei mir aber auch nach dem Waschen ins Haar. Hierfür geben ich etwa einen Teelöffel voll Öl (derzeit Mandelöl, aber auch Kokosöl oder Olivenöl eignen sich dafür) auf meine Handfläche und arbeite es in die Spitzen (nicht in die Kopfhaut!) ein. Außerdem habe ich mir eine Leave-in Mischung angerührt, die Öl enthält und bei mir jeden Tag ins Haar kommt. Mehr dazu findet ihr weiter unten...

Locken richtig waschen

Vorneweg, ich wasche meine Locken nicht immer mit Shampoo. Seitdem ich die Curly Girls Methode entdeckt habe, wasche ich sie nur etwa jedes zweite bis dritte Mal mit Shampoo, ansonsten nur mit Conditioner. Wenn ich Shampoo verwende, dann eines, das keinen Alkohol (bis auf Fettalkohol - Cetearyl Alkohol) und keine Silikone enthält. Hierbei kann man leider nicht einfach ins Naturkosmetikregal greifen und das war's. Vor allem viele preiswertere Naturkosmetik-Produkte enthalten Alkohol als Emulgator, der Locken austrocknet. Beim Waschen - egal ob mit Shampoo oder Conditioner - ist es wichtig, das Produkt richtig in die Kopfhaut einzumassieren. Das klingt banal, aber ich habe das wirklich jahrelang falsch gemacht. Wichtig ist, die gesamte Kopfhaut mit den Fingerspitzen fest zu massieren. Nur so könnt ihr die Kopfhaut von Schmutz und Talg befreien, bekommt sie porenrein und regt sie an, sodass auch das Haarwachstum angeregt wird. Dann lasst ihr das Produkt einziehen (unter der Dusche ist bei mir das Haarewaschen immer das erste, erst dann folgt der Rest der Prozedur). Zum Schluss spült ihr das Shampoo gründlich aus. Das kann vor allem bei langen Locken eine ganze Weile dauern, aber das Shampoo sollte wirklich vollständig von der Kopfhaut entfernt werden. Außerdem sollten Locken nie mit heißem, sondern nur mit lauwarmem Wasser gewaschen werden und nach dem Waschen immer mit kaltem Wasser gespült werden. Das schließt die empfindliche Schuppenschicht und schützt die Haare. 

 

Locken richtig kämmen

Uih, beim Kämmen habe ich schon die wildesten Dinge gesehen. Jeder, der Kinder mit Locken hat, verbindet Kämmen bestimmt mit herzzerreißendem Geschrei. Daher an dieser Stelle ein Tipp: lasst es! Auf KEINEN Fall solltet ihr auf die Idee kommen, Locken täglich zu bürsten. Das vertragen sie nicht. Locken freuen sich über einen großzackigen Kamm ohne fiese Nahtstellen. Am besten macht ihr euch auf die Suche nach einem Holzkamm. Ich habe derzeit einen Lockenkamm mit große Zinken, der leider nicht aus Holz besteht, aber auch keine Nähte zwischen den Zacken hat, die die Haare beschädigen können. Vor allem, wenn ihr eine Tochter mit langen Locken habt, tut ihr den Gefallen und quält sie nicht mit der Kämmerei. Ich kämme meine Locken nur vor dem Waschen (und das ist nur ein bis zwei Mal in der Woche der Fall). Am besten fangt ihr mit dem grobzackigen Kamm vorsichtig bei den Spitzen an und arbeitet euch dann sanft nach oben vor. Bilden sich Knoten (was am Hinterkopf gern der Fall ist), die ihr so nicht lösen könnt, könnt ihr nach dem Waschen auch vorsichtig die Haare mit dem Kamm entwirren, aber nicht, ohne vorher ordentlich Conditioner ins Haar gegeben zu haben. Ansonsten verzichtet ihr auf das Kämmen im nassen Zustand am besten. 

 

Conditoner - ein Muss für Lockenköpfe

Ohne Conditioner kommen Locken schlecht aus. Wie beim Shampoo auch kommt es hierbei auf die Inhaltsstoffe an. Ich nehme Conditioner, der silikonfrei ist und nur Cetyl Alkohol als Alkohol enthält. Bei mir ersetzt der Conditioner oft das Shampoo, darf aber auch nach dem Waschen mit Shampoo nicht fehlen. Außerdem habe ich mir in einer Sprühflasche einen Leave-in Conditioner angemischt, der jeden Tag in meine Haare kommt. Hierfür habe ich Wasser mit zwei Teelöffeln Conditioner und einem Teelöffel Mandelöl gemischt. Diese Mischung wird ordentlich durchgeschüttelt und ich sprühe sie mir jeden Morgen in die Spitzen. Auch bei Kindern hilft Conditioner schon, die Haare zu entwirren. Ich würde hierfür allerdings auf reine Naturkosmetik-Produkte setzen. 

Jetzt habt ich schon einmal einen kleinen Einblick in meine Grundpflege für meine Locken bekommen. Dazu gehört noch sooooo viel. Mehr dazu aber beim nächsten Mal...

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