365 Tage: Lese-Sport-Challenge

Nehmt ihr die Herausforderung an?

Der 12. Februar war für mich einerseits ein besonderer, andererseits aber auch ein ganz gewöhnlicher Tag. Besonders, weil ich meinen ersten Halbmarathon, den Barcelona-Halbmarathon, gelaufen bin. Ganz gewöhnlich, weil es irgendwie auch nicht mehr als eine weitere Trainingseinheit war. Ich gehöre definitiv nicht zu den Läufern, die heiß darauf sind, sich an den Erfolgen anderer zu messen. Ich nenn' mich gern scherzhaft "tortuga", Schildkröte, und genieße solche Wettkämpfe ganz einfach, weil sie eine Abwechslung vom Trainingsalltag darstellen und dazu motivieren, neben Kind und Job regelmäßig zu trainieren. Aber geht das überhaupt, regelmäßig trainieren, wenn man einen Vollzeit-Job, Kinder, Freunde, Hobbies und nicht zuletzt das Lesen unter einen Hut bekommen will??? Na ja, ich glaub, die Frage ist für jede Mama rein rhetorisch. Oder vielleicht doch nicht???

 

Sheila McCraith und ihr orangenes Rhino

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie oft ich mich darüber ärgere, im Alltag nicht einmal die Sachen unter zu bekommen, die mir am wichtigsten sind und die mir gut tun! Ich bin großer Fan von Selbstoptimierung im Sinne von Organisation, Aufmerksamkeit, Selbstbeobachtung etc. und liebe den Versuch, Gewohnheiten zu ändern. Dazu gehört für mich immer auch, Scheitern zuzulassen. Oft steht man dadurch letztlich dann aber doch wieder dort, wo man am Anfang war. Dann bin ich auf Sheila McCraith und ihr organenes Rhino gestoßen. Sheila McCraith hat das Buch "Yell Less, Love More" geschrieben. Ich sehe mich nicht gerade als schreiendes Monster. Trotzdem platzt auch mir ab und zu der Kragen und ich werde laut. Das geht, glaube ich, fast jedem mal so. Trotzdem ist das Gefühl hinterher furchtbar und ich kann gut auf das Lautwerden verzichten. Das Buch hat mich aber eher angesprochen, weil ich sehen wollten, wie jemand solch eine Herausforderung, seine Gewohnheiten zu ändern und das wirklich ein ganzes Jahr lang durchzuhalten, meistert. Sheila McCraith beschreibt in ihrem Buch, wie sie es geschafft hat, trotz des Alltags mit 4 kleinen Jungs, ruhig zu bleiben und nicht mehr zu schreien. Wahnsinn!!! Ihre Methoden sind witzig, kreativ und unbedingt nachahmenswert. Mein Favorit ist das Schreien in die Kloschüssel. Das muss ich unbedingt mal ausprobieren! Noch lieber will ich aber probieren, wie es sich anfühlt, an 365 Tagen Veränderungen durchzuhalten. Deshalb gibt's bei mir ab heute eine Challenge der besonderen Art...

 

Lesen und Trainieren: Was beides miteinander zu tun hat

Auf den ersten Blick gar nichts. Für mich aber dann doch. Mit nahezu jeder meiner Freundinnen mit Kind hatte ich schon Gespräche über das Thema Müdigkeit. Diesen nagenden Zustand, der uns nicht nur daran hindert, effektiv zu arbeiten, sondern oft auch, die Mutter zu sein, die wir gern sein würden. Ich jedenfalls bin ohne Sport wahnsinnig unausgeglichen. Mein Job ist oft sehr stressig. Ich liebe das Schreiben, aber durch die täglichen Abgabetermine steigt mein Adrenalin-Spiegel oft so an, dass ich abends nicht schlafen kann und wie ein Tiger durch die Wohnung laufe. Hab ich meine Trainingseinheit hinter mir, kann ich nicht nur gut schlafen, sondern hab auch viel mehr Ruhe, mich mit meinem Kind zu beschäftigen und ihm lange vorzulesen. Ich merke einen ganz deutlichen Zusammenhang. Sehr vereinfacht könnte man sagen: komme ich zum Trainieren, hab ich mehr Energie zum Vorlesen. Fällt das Training flach, fühle ich mich unwohl, fällt das Vorlesen flach aber noch viel mehr. Dann nagt nämlich das schlechte Gewissen und das Gefühl, keine gute Mutter zu sein an mir. Für beides fehlt definitiv oft die Zeit. Kurze Vorlese-Einheiten gibt es bei uns jeden Tag. Aber der qualitative Unterschied zwischen, ich kann mich ihnen ausgeglichen widmen und ich reiße sie runter, weil man dem Kind eben abends vorlesen muss, ist deutlich spürbar. Und ich habe mich gefragt, wie es wohl wäre, wirklich ein ganzes Jahr lang beides jeden Tag unter einen Hut zu bekommen??? Ich jedenfalls nehme die Herausforderung an und werde euch von meinen Fortschritten berichten!! Übrigens, mit dem Scheitern handhabe ich das genauso wie Sheila McCraith und sollte es einen Tag nicht klappen, fange ich einfach wieder von vorn an zu zählen. Sheila McCraith hat 8 Anläufe gebraucht. Mal sehen, wann ich es schaffe, das (Vor-)Lesen und den Sport 365 Tage in Folge unter einen Hut zu bekommen. 

 

Und ihr, nehmt ihr die Herausforderung an?

 

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