Wie die Narren in den ersten Tag

Bestimmt habt ihr euch gefragt, ob ich denn wirklich in die Lese-Sport-Challenge gestartet oder etwa schon am ersten Tag auf der Couch weggenickt bin. Zugegeben, das Bett schien mir am Abend, als Teil 1 der Challenge, das Lesen, geglückt ist, doch sehr verlockend. Aber nein, ich habe nicht aufgegeben, sondern fleißig noch mein Sportprogramm durchgezogen. Wie das derzeit aussieht, erfahrt ihr hier im Blog! Doch zuerst möchte ich mit euch mit einer tollen Geschichte mit in die Karnevalszeit locken. 

 

Karneval - eine Geschichte zum Fest

Fast jedes Kind liebt die Faschingszeit. Bei uns vergeht kein Jahr, in dem es nicht selbstgebastelte Masken, witzige Riesenkrawatten und tolle Kostüme gibt. Besonders schön finde ich, dass die Kinder in unserer Schule ihre Kostüme selber basteln und alle Kinder einer Klasse mit dem gleichen Kostüm zum Karnevalsumzug gehen. Dabei hat kein Kind das Nachsehen und der Kostüm-Stress für die Eltern entfällt. Ich selbst nutze solche Feste gern, um meinem Kind den Hintergrund der Feiern und Feiertage etwas näher zu bringen. Wenn das mit einem schönen Kinderbuch funktioniert, umso besser. Gerade haben wir ein tolles Kinderbuch aufgetrieben, das eine wunderschöne Geschichte zur Entstehung des Karnevals und der Fastenzeit erzählt. Leider ist das Buch auf Katalanisch und auf Deutsch nicht erhältlich. Aber die Geschichte an sich ist so erzählenswert, dass ich es euch trotzdem vorstellen möchte. Und wer weiß, vielleicht erzählt ihr sie euren Kindern, wenn ihr gerade unterwegs zum Karnevalsumzug seid?

 

König Karneval und die alte Fastenzeit

Das Kinderbuch "El Rei Carnestoltes i la Vella Quaresma" erzählt die Geschichte von zwei Nachbarn, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Es waren der König Karneval (el rei carnestoltes) und die Alte Fastenzeit (la vella quaresma). Die beiden machten sich das Leben gegenseitig unmöglich. König Karneval war ein ausgelassener Kerl, der nichts lieber tat als sich über andere lustig zu machen und sich kulinarischen Genüssen hinzugeben. Die Alte Fastenzeit dagegen war "trocken wie ein Besenstiel". Sie war unsympathisch, aß nichts als Brotkrumen und verließ nie ihr Haus. Für den König Karneval gab es nichts schöneres, als die Alte Fastenzeit zum Narren zu halten. 

 

Eines Tages gab es im Dorf ein Fest. Die Tische waren voll beladen mit Wein, Würsten, Fleisch und allerlei anderen Köstlichkeiten. Während die Dorfbewohner sich die Bäuche vollschlugen, grummelte die Alte Fastenzeit in ihrem Haus vor sich hin. Nach vielen Tagen des Feierns erinnert sich König Karneval plötzlich an seine ungeliebte Nachbarin und sucht ihr Haus auf. Er springt und tanzt vor ihr umher, bis er, voll wie er ist, einen dicken Furz ablässt und platzt. Die Menschen des Dorfes jedoch haben zusammen mit dem König Karneval all ihre Vorräte während des Festes aufgebraucht und ihnen blieb nun nichts mehr zu essen. Die Alte Fastnacht sieht ihre Zeit gekommen. Sie ist bereit, ihre Vorräte mit den Dorfbewohnern zu teilen, jedoch nur, wenn diese genau das tun, was sie sagt. Das Lachen, Feiern und Verkleiden soll ihnen so lange verboten sein, wie die Alte Fastnacht Beine hat. Sie hebt ihren Rock und unter ihm kommen ganze sieben Beine zum Vorschein. Auf vier Tage des Feierns sollen nun sieben Wochen des Fastens folgen. Nach sieben Wochen jedoch erscheint eine junge Frau im Dorf, die in tausend Farben gekleidet ist und einen Korb voller Früchte mit sich trägt. Ihr Name ist Frühling und wohin sie geht, wachsen Blumen. Als die Alte Fastnacht sie sieht, ist sie so von ihr geblendet, dass sie auf der Stelle schmilzt wie ein ein Stück Eis. 

 

Quelle: Núria Figueras, Andrés Cañal: El Rei Carnestoltes i la Vella Quaresma. La Galera, Barcelona 2003. 

 

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