Was Herr René so alles malt

von Leo Timmers

ab ca. 3 Jahren

 

Das Buch "Was Herr René so alles malt" kommt zu einer Zeit in unser Haus geflattert, in der mein sonst eher malfauler Siebenjähriger gerade entdeckt, wie gut man sich beim Malen ausdrücken kann und wie expressiv freies Malen sein kann. Was kann da besser sein als ein Kinderbuch, das sich der Malkunst widmet und dabei auch noch wundervoll bunt und lustig daherkommt.

 

Was Herr René so alles malt - ein Kinderbuch von Leo Timmers für Kinder ab 3 Jahren.
Bildquelle: Schaltzeit Verlag

Das richtige Kinderbuch für kleine Künstler...

... und alle, die es werden wollen

Herr René kann täuschend echt malen. Sein Bild von einem Apfel lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Dennoch kaufen die Leute auf dem Markt lieber bei Rosa frisches Obst und Gemüse, statt die Bilder von Herrn René zu erwerben. Herrn Renés Leben ändert sich schlagartig, als ein fremder Mann auftaucht und ihm verkündet, von nun an werde alles echt, was er male. Herr René lässt sich erst einmal seinen Apfel schmecken und macht sich dann sofort an die Arbeit. Erst malt er sich die leckersten Leckereien herbei, dann darf es ein Auto sein. Herr René bereist Metropolen, Meere und Ozeane. Seine kühnsten Wünsche erfüllt er sich - angefangen vom Kerzenleuchter bis hin zum Kaviar. Eines Tages jedoch steht Rosa vor Herrn Renés Tür. Sie wünscht sich von ihm ein Bild. Wie schade, das geht nun ja nicht mehr! Herr René steht vor einem Dilemma. Ob die herrlichen Besitztümer wirklich die Freude an der Kunst ersetzen können?

 

 

Von der Liebe zur Kunst

Was wäre eine Kindheit ohne Farben!? Das Malen gehört für viele Kinder zu ihren liebsten Tätigkeiten. Und doch wird ihm meiner Ansicht nach nicht immer die Bedeutung zugemessen, die es haben sollte. Dabei entdecken selbst Erwachsene spätestens seit dem neuen Hype um Malbücher für "Große" ihre Liebe zum Malen wieder und merken dabei schnell, wie wohltuend und meditativ es sein kann. Auch Künstler - seien es Maler oder Schriftsteller - werden immer wieder mit der Kritik konfrontiert, sie hätten keinen "vernünftigen" Beruf, keinen Brotberuf, würden sich anstatt zu "arbeiten" ihrem Hobby widmen. Dabei wird oft vergessen, dass richtig gute Arbeit erst dann entsteht, wenn man in den Flow-Zustand gerät, in den man beim Malen so schön gelangen kann. In "Was Herr René so alles malt" schwingt genau diese Problematik mit - ein Künstler, dessen Bilder nicht gekauft werden, muss schließlich von etwas leben. Doch als der Protagonist, Herr René, sich alles hermalen kann, was er sich wünscht, möchte er doch irgendwann einfach seine Bilder zurück. Lieber verzichtet er auf alles Materielle als auf die Ergebnisse seiner Kunst verzichten zu müssen - ein Ansatz, der Kindern auf humorvolle und einfühlsame Art zeigt, welchen Stellenwert die Malkunst für sie persönlich und für die Gesellschaft haben sollte. Ein Buch, das in einer von Materialismus geprägten Zeit ein Stück Kindheit nach Hause holt und dabei hilft, Kindern den Spaß am Tun statt am Haben zu vermitteln. 

 

Leo Timmers: Was Herr René so alles malt. Schaltzeit Verlag 2018. ISBN: 978-3-946972-21-1. 

 

Mir wurde vom Verlag ein Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt, was meine Rezension jedoch in keinster Weise beeinflusst. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0